„Essentialism“: Weniger, aber besser.

“It’s not about efficiently doing what’s on the to-do list. It’s realizing that the most important thing isn’t even on the to-do list.”

Durch diesen Tim Ferriss Podcast lernte ich im Frühjahr 2017 Marie Kondo kennen und folgte tatsächlich ihren Ratschlägen, um meine (Kleider-)Schränke in einen neuen geordneten Zustand zu bringen. Während Kondo jetzt, zwei Jahre später, Netflix-Abonnenten beibringt, wie man sein Privatleben auf Japanisch aufräumt, bin ich über Ferriss wieder auf einen Verfechter der Ordnung und des reduzierten Lebensstils gestoßen: Greg McKeown, Autor des New York Times Bestsellers Essentialism: The Disciplined Pursuit of Less.


Die Idee zu seinem Buch kam, nachdem er in einer Arbeitssituation merkte, dass Entscheidungen anderer sein Privatleben sehr stark prägten, ja, eigentlich sogar steuerten. Das führte zu der Offenbarung:


„If you don’t prioritize your life, someone else will”.

Im Podcast erklärt er, dass viele erfolgreiche Menschen das Gefühl haben die ganze Zeit mit etwas beschäftigt, aber trotzdem nicht produktiv zu sein. Ihre Agenda wird zu stark von der Umgebung gesteuert und am Ende haben sie mehr zu tun, als sie schaffen können.


Die Lösung? Ich habe ein paar Learnings und Werkzeuge aus dem Podcast für euch zusammengestellt.


Starte mit ein paar zentralen Fragen:

  • Gehst du etwas nach, weil du erst dachtest, es wäre ‚die große Sache' und machst damit jetzt nur damit weiter, weil es sich durchgesetzt hat und du dich jetzt verpflichtet fühlst?

  • Stelle dir die Frage – „Bringt mich das, was ich tue, noch weiter?”


Um die zentralen Fragen zu beantworten können folgende Follow-up-Fragen hilfreich sein:

  • „Wenn ich diesen Gegenstand nicht besitzen würde, wie viel wäre ich bereit dafür jetzt auszugeben?”

  • „Wenn ich diese Chance oder Gelegenheit jetzt nicht hätte, wie viel wäre ich bereit zu geben, um die zu erhalten?”

  • „Wenn ich nicht schon in diesem Geschäftsbereich tätig wäre, was wäre ich bereit zu bezahlen, um das nachzugehen (oder würde ich diesen Weg überhaupt erst einschlagen)?”


Um „das Wesentliche” für dich herauszuarbeiten, kannst du dann diese Übung (alleine oder mit anderen) machen:


1. Definiere „das Wesentliche”

Nenne eine Sache in deinem Leben, die für dich wesentlich ist, in die du aber zu wenig Zeit investierst.

  • Wie viel Zeit nimmst du dir aktuell dafür? (Pro Tag/Woche/Monat)

  • Wie viel Zeit müsstest du in diese Sache investieren, um nicht länger das Gefühl zu haben, dass sie zu kurz kommt?

2. Identifiziere „das Unwesentliche”

Nenne eine unwesentliche Sache, in die du zu viel Zeit steckst.

  • Analysiere deine Situation: Welche Faktoren verursachen die Zeitinvestition und wie kannst du diese eliminieren? (z. B. dein Verhalten ändern, Outsourcing/externe Unterstützung beauftragen, …)

  • Erstelle einen Plan, um diese Zeit zu reduzieren und setze diesen um.

Um die eigene Einstellung und das Verhalten langfristig zu ändern, sollte man diese Grundregeln folgen:

  • Erkenne, dass du das Wesentliche nicht schaffen wirst, solange du zu viel Zeit in das Unwesentliche steckst.

  • Bei neuen Aufgaben stelle die zentrale Frage: Wenn ich mich für diese Aufgabe entscheide, was werde ich dann nicht machen können? - was wird eliminiert?

  • Bei jeder Anfrage gibt es drei Möglichkeiten: 1. Ja sagen, 2. Nein sagen, 3. verhandeln. Wir vergessen zu oft die dritte Option!

  • Verändere deine Selbstrede: Statt zu sagen: „Ich muss...” – sage: „Ich entscheide mich das hier zu machen, weil…”

Auch folgende Aussage fand ich besonders treffend. Kennst du das schöne Gefühl des Neinsagens, durch das du etwas ganz anderes mit deiner Zeit anstellen kannst?


“For Type A personalities, it is not hard to push oneself. Pushing oneself to the limit is easy. The real challenge for the person who thrives on challenges is not to work hard. If you think you are so tough you can do anything, I have a challenge for you – if you really want to do something hard, say no to an opportunity so you can take a nap.”

Das Gespräch liefert noch viele wertvolle Denkanstöße und konkrete Tipps, wie man das „Verzetteln” im Leben vermeidet und letztendlich bewusster Prioritäten setzt und mit seinem

Zeitmanagement umgeht.


Hier findest du den Link zum Podcast inkl. “Shownotes”.


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